Tipps und Tricks zum Thema Praesten und OGP Bulldog

Allgemeine Tipps zum Thema Praesten und OGP Bulldog

Durchlaufblinker wie der Praesten oder aber auch Einhänger wie der OGP Bulldog erfreuen sich immer mehr an größerer Bedeutung an Forellensee. In Dänemark sind diese schon lange keine Geheimwaffe mehr, sondern zählen zum Standardsortiment eines jeden Forellenanglers.

Aber wann und vor allem wie setze ich diesen Köder richtig ein und was für Tackle wird bei dieser Angelmethode benötigt?

Kommen wir erstmal zum Tackle:

Als Rolle empfiehlt sich eine 2000-2500er Größe, da die Köder doch eher etwas schwerer wie herkömmliche Spoons sind und mit ihnen hohe Wurfweiten möglich sind. Durch die größere Spule entsteht weniger Reibungswiderstand im Wurf und die Köder können ihre optimale Flugbahn einnehmen. Ob die Rolle nun von Daiwa oder Shimano ist und 60 Euro oder 400 Euro kostet spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Rolle sollte einfach in dein Budget passen.

Ich selbst nutze die Daiwa Steez Type II, eher eine Rolle aus dem High End Sektor. Aber eine Daiwa Ninja oder Daiwa Exceller, Shimano Stradic oder Daiwa Ballistic oder Daiwa Luvias wären hier ebenfalls eine gute Wahl.

Bei der Rute sind das Wurfgewicht und die Länge die entscheidenden Faktoren. Sicher gibt es auch persönliche Vorlieben, die beim Kauf der Rute gern berücksichtigt werden sollten. Dennoch sollte die Rute eine Länge zwischen 200cm und 240cm haben und ein Wurfgewicht von 2-10g aufweisen. Aber warum ist das so wichtig? Das Wurfgewicht gibt dir einen Anhaltspunkt in welchen Bereich der Blank der Rute die optimalste Aufladungseigenschaft besitzt und freigibt. Bei den angegebenen 2-10g sollte dieser Bereich so bei 3,5-8g liegen. Damit wird ein großes Spektrum der Praesten und Bulldogs abgedeckt. Die Länge ist für die Führung des Köders und die Wurfweite stark ausschlaggebend. Hier gilt der Grundsatz, je länger die Rute um so größer die Hebelwirkung. Und um so größer die Hebelwirkung um so weiter fliegt unser Köder bei optimalen Bedingungen. Für die Führung ist es aus folgendem Grund ausschlaggebend. Mit der Position der Rute und der Einholgeschwindigkeit kann ich die Lauftiefe des Köders stark beeinflussen. Eine hochgehaltene Rute (10 Uhr) bei normalen Einholgeschwindigkeit lässt den Köder egal ob 7g oder weniger eher flach unter der Oberfläche laufen. Verringere ich nur die Einholgeschwindigkeit, wird der Köder etwa 30-50cm unter der Wasseroberfläche laufen. Somit kann ich über verschiedene Positionen der Rute und mit dem variieren der Einholgeschwindigkeit alle Wassertiefen abfischen, in denen ich die Fische vermute.

Ich selbst nutze für diese Angelart die Herakles Elysium Wild in 240cm und einem Wurfgewicht von 2-10g. Die Praesten Reaper die eigens für diese Angelart konzipiert wurde, erledigt ihren Dienst auch bestens. Aber wie bei jeder Rute dürfen auch hier die eigenen Vorlieben gern mit einbezogen werden.

So Rute und Rolle hätten wir geklärt, kommen wir nun zur Schnur. Hier nutze ich gern Geflochtene Schnüre insbesondere Japanische Schnüre. Diese sind nicht wie die deutschen Schnüre in mm angegeben, sondern in PE. In Japan werden die Schnüre gewogen und daraus resultiert die PE Angabe. Für die Angelei mit Praesten und Bulldog nutze ich eine Schnur mit PE 0.3 bis PE 0.4. Diese haben meist eine Tragkraft um die 6-8 lbs. Dies entspricht ungefähr 2,3-3,3 KG. Auch hier ist die Bandbreite enorm. Der Vorteil von Geflecht ist, es hat kaum Dehnung und ist dünner wie Monofile Schnur. Des Weiteren besitzt sie eine bessere Abrolleigenschaft von der Rolle und erreicht somit mehr Wurfweite. Es kann aber auch ebenso gut mit Monofiler Schnur geangelt werden.

So der größte Teil unseres Tackles steht. Wenn wir mit Geflecht angeln, empfiehlt es sich ein Fluocarbon-Vorfach vor den Köder zu schalten. Dies sorgt für weniger Scheuchwirkung und weniger Abrieb wie bei einer direkten Montage auf der Hauptschnur. Die Länge des Vorfaches sollte so 80cm – 100cm betragen und eine dicke von 0,20-0,24mm (0,20mm = 3,5g und 0,24mm =7,0g) betragen. Jetzt werden sich sicher viele Fragen wieso so lang und so dick? Dies ist ganz einfach zu erklären. Die Dicke des Vorfaches sollte so gewählt werden, dass der Köder gerade so noch frei auf der Schnur laufen kann. Dies sorgt dafür, dass das Vorfach nicht knicken kann und der Druck und die Reibung auf das Vorfach minimiert wird. Die Länge ist darin begründet, da man beim Köderwechsel den mit Hilfe eines Sprengrings angeknoteten Haken entfernt, den neuen Köder aufzieht (dickeres Ende mit Buckel nach unten) und den Haken am Sprengring (der Sprengring dient hier lediglich dazu, dass der Haken frei beweglich bleibt) wieder anknotet. Ein weiterer Vorteil eines langen Vorfaches ist es, dass der Köder im Drill mehr Platz hat auf dem Vorfach hoch zu rutschten. Hierdurch wird der Druck auf den Haken minimiert und ein Ausschlitzen des Fisches wird stark verringert.

Zu guter Letzt noch kurz was zum Haken. Der Haken wird mit Hilfe eines Sprengringes frei beweglich am Vorfach befestigt. In Dänemark wird vorwiegend mit Drillingen gefischt. In Deutschland sind diese meist verboten. Daher kommen hier Einzelhaken zum Einsatz. Beim 7,0g Modell sollten Einzelhaken und Sprengring zusammen etwa 0,35g wiegen. Dies ist das Gewicht des passenden Drillings. Sollte der Einzelhaken zu leicht sein, beschwert ihn mit einer 2,5mm Tungstenperle. Der Lauf des 7,0g Modells wird sonst stark beeinflusst.

Ich persönlich rüste die Bulldogs auf den VanFook SP-41 MB oder BL um. Hier empfielt sich für die 7,0g Modelle die Hakengröße #2 und für die 4,0g Modelle die Hakengröße #4. Diese Haken sind sehr stabil und Ultra scharf. Für den Praesten nutze ich in Deutschland ebenfalls diesen Haken. In Dänemark fische ich ihn gern mit Drilling. Hier kann man fertige Lösungen inkl. Sprengring direkt von Praesten nutzen.

So jetzt genug gelesen, kommen wir mal zu einer bildlichen Darstellung der Montage.

2 Kommentare
  1. Alexander Wünsch Juli 19, 2020 at 4:39 pm - Antworten

    Moinsen Rene,

    coole Idee mit dem FAQ und How-To. Vielleicht kannst Du noch etwas dazu verraten, wie die Bulldogs geführt werden.

    Lieben Gruß und weiter so!
    Alex

    • Rene Kreft Juli 19, 2020 at 7:49 pm - Antworten

      Hallo Alexander,

      der Bulldog ist vom Lauf wie ein normaler Spoon zu sehen, er kippelt auch nur von Links nach Rechts. Sein Vorteil, er fängt nicht an sich zu überschlagen wenn man ihn etwas schneller einholt, sondern er kippelt nur schnell und läuft auch etwas flacher. Ansosnten kannst du den Köder ganz einfach einkurbeln ohne grosses TamTam.

      Ich hoffe diese Antwort hilft dir weiter.

      MfG

      René

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